Seit Kurzem sucht Media Markt immer mal wieder Testpiloten für attraktive Produkttests. Zu gerne hätte ich eine der Geschirrspülmaschinen getestet, zumal wir gerade einen Küchenumbau planen. Gespannt öffnete ich deshalb die Mail, deren Überschrift schon ahnen ließ, dass ich testen darf. Allerdings hatte ich mich auch auf einen Rauchmeldertest beworben – und wie Ihr sehen könnt, bin ich da zum Zuge gekommen. 😕

Na gut, testen wir also den Rauch- und Kohlenmonoxidmelder Nest Protect. Es hatte ja auch einen Grund, weshalb ich mich mit auf diesen Test beworben habe: Wir besitzen gleich zwei kleine, kostenlos über das Internet bezogene Bücher, welche Kindern die Vorteile eines Rauchmelders nahe bringen. Die Folge ist natürlich, dass unsere Tochter uns nach jedem Vorlesen in den Ohren liegt, dass wir auch einen „Rauchengel“ brauchen. Jetzt haben wir also einen, und einen sprechenden noch dazu.

Das verspricht der Hersteller:

Genauso wichtig wie gute Brandschutzvorschriften: ein guter Rauchmelder. Ein guter Rauchmelder bleibt einfach an der Decke und muss nicht mitten in der Nacht abgenommen werden, um den Alarm abzustellen. Ein guter Rauchmelder gibt nicht nur ein akustisches Signal, sondern meldet auch die Gefahrenstelle. Ein guter Rauchmelder denkt erst, spricht dann, benachrichtigt zudem dein Smartphone und erkennt sogar Schwelbrände. ein guter Rauchmelder gibt dienem Zuhause mehr Sicherheit. Vorgschrieben ist ein Rauchmelder, aber was du brauchst, ist ein guter Rauchmelder.

  • Nest Protect sagt Art und Ort der Gefahr deutlich an.
  • Nest Protect sendet Alarmmeldungen an dein Smartphone, wenn du nicht zu Hause bist.
  • Bloß der Toast angebrannt? Mit Alarm-Aus lässt sich der Alarm über das Smartphone stumm schalten.
  • Jede Sekunde zählt. Der brandspektrumssensor erkennt sowohl offenes Feuer als auch Schwelbrände.
  • Nest Protect erkennt das farb- und geruchlose, aber hochgiftige Kohlenmonoxid.
  • Die langlebigen Sensoren schützen bis zu 10 Jahre lang.

Unser Eindruck:

Die Packung enthält das Nest Protect-Gerät, die Aufhängung, 4 Montageschrauben, eine ausführliche Bedienungsanleitung und eine Kurzanleitung:

So sieht das Gerät von vorn aus:

Und so von hinten:Nest Protect ist nicht einfach nur irgendein Rauchmelder: er ist für das „Smart Home“ konzipiert, d.h. er kann über eine Handy-App oder über den PC auch von unterwegs angesteuert werden oder selbst Nachrichten schicken und sich ggf. mit mehreren gleichartigen Geräten vernetzen. Bevor Nest Protect also an der Decke angebracht werden kann, heißt es deshalb zunächst einmal: App installieren. Das ging über mein Android-Phone problemlos. Dann stellt das Handy per Bluetooth eine Verbindung zu Nest Protect her, die anschließend über das lokale W-Lan-Netzwerk gehalten wird (wenn man das denn möchte, dazu gleich).

Damit die smarte Verbindung klappt, kommt man allerdings nicht umhin, sich zunächst einen (kostenlosen) Account bei Nest erstellen. Das geht wiederum nicht, ohne dass man seinen Wohnort preisgibt (angeblich, damit die Umgebungstemperatur abgeglichen werden kann).

Ist alles verbunden, programmiert man noch, wo sich das Gerät befindet. Auch einen Namen kann man vergeben. Das ist besonders praktisch, wenn man mehrere Geräte vernetzt. So hat man im Alarmfall sofort im Blick, wo sich die Gefahrenquelle befindet, zumal das Gerät selbst nicht einfach nur piept, sondern mit menschlicher Stimme mitteilt, wo gerade welche Gefahr ausgemacht wurde.

Nun sollte man das Gerät zunächst testen. Dies kann man entweder über die App-Steuerung vornehmen oder indem man auf den großen runden Knopf in der Mitte des Gerätes zweimal drückt. Es startet dann ein Countdown, eine Stimme weist darauf hin, dass ein Test durchgeführt wird – und dann wird es richtig laut, denn es werden die Warntöne für Feuer und Kohlenmonoxid abgespielt. Da ist man besser nicht in unmittelbarer Nähe des Geräts, wenn einem sein Gehör lieb ist! Aber natürlich ist lautes Warnen der Sinn eines solchen Melders.

Ist das Gerät soweit eingerichtet, bringt man die Halterung an der gewünschten Stelle an der Decke an. Das geht mit den vier beigefügten selbstschneidenden Schrauben ganz leicht – jedenfalls war es bei unseren Holzdecken keinerlei Problem. Bohren war nicht erforderlich und dennoch sitzt die Basis ganz fest. Nun muss man nur das Gerät nur noch aufsetzen und ein wenig zur Seite drehen, bis es einrastet – fertig. Wir haben übrigens unseren Nest Protect im Flur mittig angebracht.  An der Decke sieht das dann so aus:

Nest Protect kommuniziert übrigens nicht nur über eine menschliche Stimme, sondern auch über farbiges Licht: Während der Einrichtung des Gerätes leuchtet der Ring um den großen runden Knopf in der Gerätemitte in einem schönen Hellblau. Vorwarnungen (steigende Rauch- oder Kohlenmonoxidkonzentration) werden durch einen gelben Ring angezeigt, übersteigen die Konzentrationen ein kritisches Niveau wird der Ring rot.

Außerdem verfügt das Gerät über eine Nachtwächterfunktion: Schaltet man abends das Licht aus, testet das Gerät, ob die Batterien noch ausreichend voll sind, die WLAN-Signalstärke stimmt und die Sensoren funktionieren. Wenn alles ok ist, leuchtet der Ring grün, ansonsten gelb oder blau. Dann schaut man besser in der App nach, was los ist.

Zudem kann man das Gerät als Nachtlicht verwenden, welches bei Dunkelheit sanft weiß leuchtet, sobald es eine Bewegung wahrnimmt:

Die Helligkeit kann man über die App steuern. Nachtwächter und Nachtlicht kann man auch ausstellen.

Dass das Gerät abends überprüft, ob die Batterien noch ausreichend voll sind, ist sehr praktisch. Ich erinnere mich mit Grauen an unseren vorletzten Sommerurlaub: erste Nacht in der Fewo und plötzlich habe ich ein unheimlichkes Klickgeräusch im Ohr, das sich immer wiederholt. Wie sich herausstellte, war die Batterie des direkt über dem Bett angebrachten Rauchmelders down. Zum Glück konnte der Papa den Rauchmelder dort von der Decke holen, indem er sich einfach auf das Bett gestellt und lang gemacht hat. Bei uns zu Hause funktioniert das nicht, denn unsere Decken sind über drei Meter hoch. Da geht ohne Leiter nix.

Insofern ist es eigentlich auch eine tolle Sache, dass man den Rauchmelder über die App steuern kann und so nicht bei jedem Fehlalarm die Leiter suchen und auf den Knopf drücken muss. Allerdings: wir sind skeptisch, was die dauernde Verbindung des Gerätes mit dem Internet angeht. Welche Daten schickt das Gerät? Schließlich enthält Nest Protect auch ein Mikrofon. Und einen Bewegungsmelder. Und am besten soll man an seinem Handy, auf dem die App installiert ist, GPS anstellen, damit das Gerät weiß, ob ich daheim bin oder unterwegs. Das Erstellen von Bewegungsprofilen ist also auch kein Problem. Zwar versichert der Hersteller, die Privatsphäre zu schützen und etwa die Mikrofonaufzeichnungen, die bei Gerätestests entstehen, nur lokal zu speichern. Aber überwachen kann man das letztlich nicht.

Da wir von unterwegs nicht unbedingt auf das Gerät zugreifen müssen, hatten wir die Idee, Nest Protect zwar ins W-Lan, aber nicht ins Internet zu lassen. So, das war unsere Idee, könnte man Nest Protect von der App aus steuern, wenn wir daheim sind, aber eben nicht von unterwegs. Leider funktioniert das nicht: verbietet man Nest Protect den Internetzugang, kann es auch über W-Lan nicht angesteuert werden. Das ist schade.

Wir gehen davon aus, dass Nest Protect auch ohne Internetverbindung vor Feuer und Kohlenmonoxid warnt – wie ein gewöhnlicher Rauchmelder auch. Auf die Komfortsteuerung verzichten wir zugunsten der Datensicherheit. Vielleicht wird man sich irgendwann keine Gedanken mehr über so etwas machen, weil es einfach ganz normal ist, dass alle Dinge miteinander vernetzt sind. Uns ist jedoch bei dem Gedanken daran mulmig zumute.

Insgesamt ist Nest Protect der stylishste Rauchmelder, den wir kennen, der auch sehr funktional ist. Könnte man ihn im W-Lan betreiben, ohne dass er auf das Internet besteht, wäre er perfekt.

Unsere Bewertung:

Das Produkt wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt.

One Thought on “Produkttest: Nest Protect

  1. Ich hatte da auch vor einiger Zeit Glück und durfte einen Mixer testen. Einen Rauchmelder testen finde ich schon spannend, das kommt, jedenfalls bis mir eher selten vor. Toller Beitrag. LG britti ♡

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