Ich darf Euch das Buch „Stresst Ihr noch oder liebt Ihr schon? – Warum Familie nicht das Problem ist, sondern die Lösung“ von Alexa Hennig von Lange und Marcus Jauer vorstellen, welches ich als Rezensionsexemplar aus dem Gütersloher Verlagshaus (Randomhouse) erhalten habe. Das Buch ist am 22.08.2016 erschienen, hat 190 Seiten und kostet als gebundene Ausgabe 17,99 € [D].

Worum geht es?

Kinder gelten heute als Anschlag auf die gute Laune, als Sargnagel im Lebensplan. Mütter, die bedauern, Mutter geworden zu sein. Väter, die sich im Büro verschanzen, seit zu Hause ein Baby schreit. Eltern, die sich gegenseitig die Schuld für den Schlamassel geben, in dem sie stecken und der sich Familie nennt. Darüber gibt es inzwischen unzählige Bücher und Zeitungsartikel – nur keine Lösung.

Alexa Hennig von Lange und Marcus Jauer zeigen einen Weg aus dieser Sackgasse. Aus Frauen – und Männersicht erzählen sie von ihrer Familie nicht als System eines ständigen Lasten- und Zeitenausgleichs, sondern als Ort, an dem sich Gleichberechtigung und Freiheit ganz neu definieren. Vom ersten Date bis zum fünften Kind beschreibt das Autorenpaar abwechselnd, wie jede kleine und große Herausforderung – Feminismus, Singlesein, durchwachte Babynächte, Pubertät, Liebeskummer, umgekippte Saftgläser und Schwiegermütter – nicht zu mehr Stress, sondern zu mehr Gelassenheit und Liebe führen kann.

„Stresst Ihr noch oder liebt Ihr schon?“ ist ein modernes Plädoyer für eine Familie, die nicht nur Hülse ist, sondern Lebensinhalt.

Mein Leseerlebnis:

Warum ich mich auf diesen Titel beworben habe? Eigentlich hat mich der Klappentext so gar nicht angesprochen: ich bedauere es keine Sekunde, Mutter geworden zu sein – es ist mein allergrößtes Glück! Keiner verschanzt sich im Büro, wir stecken auch keineswegs im Schlamassel oder in der Sackgasse – auch wenn es natürlich ab und an Situationen gibt, in denen wir erst mal wieder eine gemeinsame Linie finden müssen. Ich hatte bei der Buchankündigung eher einen Ratgeber erwartet und war schlicht neugierig darauf, welche Situationen denn dazu führen können, solch ein düsteres Bild von der Familie zu zeichnen.

Tatsächlich ist „Stresst Ihr noch oder liebt Ihr schon?“ kein Ratgeber im klassischen Sinne. Vielmehr erzählen die Autoren abwechselnd Anekdoten aus ihrem Familienalltag – aus denen man sich als Leser sicherlich den einen oder anderen Denkanstoß mitnehmen kann. Besonders interessant mögen die Geschichten dabei für Patchworkfamilien sein, denn eine solche steht im Mittelpunkt der Stories um die Autorin, welche zwei Kinder unterschiedlicher Väter in die Beziehung mit ihrem Mitautor einbrachte, und die weiteren drei gemeinsamen Kinder, welche die Familie komplettieren. Ein gehöriger Schuss Gelassenheit gehört bei so viel Trubel im Hause dazu, will man einerseits den Kindern gerecht werden und andererseits auch als Paar noch glücklich sein. Das ist das Fazit, welches ich mir aus den 32 Geschichten mitnehme. Letzten Endes bestätigt das Buch meine Einstellung: Familie ist nicht das Problem, sondern die Lösung!

Meine Bewertung:

Das Buch wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt.

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